Halunken,
jetzt habe ich endlich Zeit, euch auf den neuesten Stand zu bringen. Muss ehrlich gesagt zugeben, dass bloggen was anderes ist, aber ich schaff es einfach nicht regelmäßig.
Letzte Woche war ich bei den Wasserfällen. Das war eine ganz spontane Entscheidung, meine beiden Gefährtinnen, die jetzt beide schon weiter- bzw. nachhause gereist sind, haben mich überredet und es war eine gute Entscheidung.
Normalerweise kann man es in 24 Stunden gut bis an die brasilianische Grenze schaffen, wir haben leider ganze 30 gebraucht, aber wenigestens hab ich was von Argentinien gesehen. Manchmal tut sich mehrere Stunden draußen gar nichts, aber Argentinen ist ja auch ein großes Land und dafür wirklich sehr (sehr!)vielseitig. Man konnte beobachten, wie es draußen immer grüner und subtropischer wurde. Ein kleiner Kerl von 2/3 Jahren hat die ganze Fahrt geschrien, aber niemand hat sich aufgeregt, im Gegenteil. In Deutschland hätte der Kleene nicht so viel Glück gehabt. Gefrühstückt haben wir dann irgendwo in Misiones. Dort gab es sehr viele sehr große Käfer, die komischerweise fast alle auf dem Rücken lagen. Müssen irgendwo runtergefallen sein.. Ich habe leider keine Fotos gemacht. Misiones ist wirklich sehr südamerikanisch und arm, doch ganz anders als Córdoba. Es gibt kaum befestigte Straßen, überall diese rote Erde und kaum mehrstöckige Bauwerke. Wir (die Reisegruppe) hat sich dann den Tag über an der Grenze herumgetrieben (die Hotels lagen auf der brasilianischen Seite, in Foz do Iguacu (mit Cedille) und die Argentinier und Brasilianer brauchen wirklich sehr lange für alles..). Abends haben wir in einer Parrilla, einem Grillrestaurant, gegessen.
Dienstag sind wir dann früh auf die argentinische Seite zu den Wasserfällen gefahren uns mussten ewig am Zoll warten. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn die Klimaanlage funktioniert hätte. Irgendwann war es gefühlte 10 Grad im Bus und ich hatte leider nicht die passende Kleidung dabei.
Leider ist Iguazu sehr touristisch. Der Park erinnert teilweise an Freizeitpark und wir mussten uns die Natur mit ziemlich vielen anderen teilen. Das war zwar zu erwarten, wertet das Ganze aber trotzdem ab..
Die Wasserfälle sind allerdings wirklich unglaublich, wie ein Dauertsunami. Ich werde gleich versuchen, ein Video hochzuladen.
Den zweiten Tag bin ich mit Rebecca in Foz geblieben, weil der Wasserfall-Eintritt doch immer sehr teuer ist und die Wasserfälle von der brasilianischen Seite auch nicht anders aussehen als von der Argentinischen (die argentinische Seite soll sogar schöner sein). Leider hat an dem Tag auch der blöde Montezuma seine Rache an mir genommen, deswegen konnte ich am nächsten Tag nicht mit nach Paraguay kommen, was ich gerne getan hätte, denn Paraguay ist noch ärmer und dadurch nochmal anders als die beiden Großen.
War insgesamt eine denkwürdige Reise mit den netten Argentiniern, die uns teilweise sogar ihre Adressen für alle Fälle mitgegeben haben.
Hier in Córdoba wirds eigentlich immer schöner. Im Moment haben wir weit über dreißig Grad, was nicht nett ist, aber hier im Haus ist es kühl.
Meine liebe Gastmutter Analía konnte immer noch nicht so richtig ins Herz schließen. Sie hat mittlerweile zwei ihrer Dauermieter rausgeworfen, aus Gründen, die sich niemandem so richtig erschließen. Die Koordinatorin in meiner Sprachschule sollte im Auftrag Analías mit mir sprechen, weil ich meine Wäsche aus Versehen nicht aus der Waschmaschine geholt habe, als sie fertig war und meinte aber nur, dass Analía sie in den Wahnsinn treiben würde und dass wir uns nicht ärgern lassen sollen. Die Regeln wechseln täglich, was es nicht einfach macht, sich anzupassen. Ein Freund des Hauses hat seit vorgestern lebenslanges Hausverbot, weil sie ihn nicht leiden kann. Sie spricht eigentlich mit niemandem außer ihrer Katze Lola. Ich weiß noch nicht, was ich tun soll. Ist eine schwierige Frage, denn meine Mitbewohner mag ich und hier hat man Platz und Ruhe.
Gestern hat mir der nette Busfahrer, der hier manchmal übernachtet, seinen Salat geschenkt. Abends hatten wir eine Tangostunde, die sehr schlecht war. Ganz spät abends hat Sebastians Freund Martín uns zum Essen eingeladen. Dort hat, wer wollte, ganz spontan seine zweite (oder erste richtige) Tangolektion erhalten. Tango ist übrigens keine einfache Aufgabe für jemanden mit meinem Rhythmusgefühl.
War sehr köstlich und nett, die Leute sind alle musikalisch, können tanzen, singen und Gitarre. Leider habe ich meine Kamera vergessen. Das ist wirklich schade, die Fotos hätten euch interessiert!
Mein Spanisch wird merklich besser.
Ich verabschiede mich nun, um noch ein bisschen mehr Spanisch zu lernen.
Kosse
Dachterasse mit Schwimmbad über Foz do Iguazu
Cyrilla reist weiter. (Ist seit 7 Monaten allein in Südamerika unterwegs und hat uns auf dem Weg nach Puerto Iguazu verlassen.)
Mottensreich
naisse bilder lady juditschka
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